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Kraftspender: Von und für Angehörige

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Vier Angehörige berichten.

Diagnose Krebs – wie ist das eigentlich für Angehörige?

Eine Krebsdiagnose kommt meist aus heiterem Himmel für Patient und Angehörige. Der Schock ist erst einmal groß. Angehörige beschreiben oft wie das normale Leben endet und das reine Funktionieren beginnt. Dabei wollen die Angehörigen den Patienten nach besten Kräften unterstützen, müssen Stärke zeigen, Hoffnung machen, Kraft spenden, auch wenn die eigene Kraft zur Neige geht. Angehörige von Leukämiepatienten beschreiben, wie sie die Krankheit ihrer Liebsten erlebt haben, und erzählen, was ihnen geholfen hat.

Auch Angehörige gehen durch die Krankheit

Zuerst sollten sich Außenstehende vor Augen führen, dass eine schwere Krankheit nicht nur für den Patienten ein sehr belastendes Erlebnis ist, sondern auch für die Angehörigen. Sie gehen gemeinsam mit dem Patienten durch seine Krankheit und sollten auf keinen Fall vergessen werden. Auch sie stehen dieselben Ängste aus wie der Patient, haben dabei aber das Gefühl, nichts machen zu können. Auch für sie ändert sich das Leben nach einer Krebsdiagnose vollkommen und sie wissen nicht, was da auf sie zukommt.

Hinzu kommt, dass Angehörige den Patienten stützen müssen und das Gefühl haben, nicht weinen zu dürfen. Der Mann einer Patientin wurde nach Monaten der Krankheit gefragt, warum er denn gar nie weine. Mit einem Schlag brach seine ganze Stärke in sich zusammen, die Tränen flossen plötzlich und er musste noch Jahre später weinen, wann immer er daran dachte.

Geschichten über andere Krankheiten helfen nicht weiter

Auch berichten Angehörige immer wieder, dass Außenstehende Geschichten von anderen Krebspatienten erzählen und die Krankheiten vergleichen. Sicherlich sind diese Geschichten gut gemeint und sollen Mut machen. Aber Krebs ist nicht Krebs, Leukämie ist nicht Leukämie. Jeder Patient, jeder Körper, jeder Krankheitsverlauf ist anders. Deshalb helfen diese Geschichten Angehörigen nicht wirklich weiter, sondern frustrieren eher.

Es ist natürlich schön, dass Außenstehende auf dem Laufenden gehalten werden möchten, sich um den Patienten Gedanken und Sorgen machen. Deshalb rufen sie gerne und oft die Angehörigen an, um zu erfahren, wie es dem Patienten geht. Man sollte sich aber auch vor Augen führen wie anstrengend das für die Angehörigen ist. Immer wieder müssen sie erzählen, wie es momentan geht. Besonders wenn es Rückschläge gibt, ist das sehr belastend. Aber oft werden sie auch gar nicht gefragt, wie es ihnen selbst eigentlich geht. Hier ist das Einfühlungsvermögen der Außenstehenden gefragt.

Junge Männer stehen oft alleine da

Oft sind Freunde mit einer Krebskrankheit völlig überfordert. Sie haben Angst, falsch zu reagieren und können mit einer schweren Krankheit nicht umgehen. Deshalb ziehen sich viele zurück. Vor allem junge Männer sind davon betroffen und stehen dann völlig ohne Freunde da. Aber genau in dieser Zeit sind gute Freunde natürlich sehr wichtig. Besuche und ganz normale Gespräche – nicht über die Krankheit, sondern über alltägliche Themen – vermitteln ein Gefühl von Normalität und zeigen dem Patienten, dass er nicht alleine ist.

Wenn Kinder Krebs haben

Wenn Kinder an Krebs erkranken, ist dies besonders schwierig für ihre Eltern. Zum alltäglichen Stress in einer Familie kommt dann noch hinzu, dass man sich um das kranke Kind kümmern muss, es pflegen muss. Vor allem wenn noch weitere Kinder in der Familie sind, wird es extrem schwierig, für das kranke Kind und für die gesunden Kinder gleichermaßen da zu sein. Hier ist es wichtig, die Aufgaben in der Familie gut zu verteilen.

Oft warten die Eltern voller Angst und Hoffnung auf eine Besserung. Dann kommt die Frage auf, wann ihr Kind verschiedene Aktivitäten wieder ausüben kann. Das ist natürlich völlig verständlich. Aber manchmal hilft es mehr, in kleinen Schritten und immer nur an morgen zu denken.

Was wirklich hilft

Angehörige berichten, wie gut es tut, sich zusammen mit dem Patienten einfach eine Auszeit zu nehmen. Das kann ein Urlaub, ein Aufenthalt in einem Hotel für einige Tage sein, oder auch einfach einmal gut essen zu gehen. Und das sollte man nicht erst tun, wenn die Krankheit überstanden ist, sondern auch einfach mal mittendrin.

Sich selbst treu bleiben

Angehörige sollten sich gleich zu Anfang der Krankheit Gedanken machen, was sie selbst ausmacht, was ihnen gut tut. Bei aller Unterstützung für den Patienten sollte man nie vergessen, sich selbst treu zu bleiben und auch während der Krankheit die Dinge weiterzumachen, die einem gut tun. Sport treiben, kreativ sein, Zeit mit Freunden verbringen – das sind alles Dinge, die die Verbindung zum Leben vor der Krankheit herstellen und aus denen Angehörige Kraft schöpfen können.

Das Gespräch suchen

Aber es ist auch wichtig, dass Angehörige Unterstützung bekommen. Sie sollten hier aktiv das Gespräch mit anderen suchen und Außenstehende auch an sich heranlassen. Dabei müssen nicht alle gutgemeinten Ratschläge von außen befolgt werden, aber es hilft oft schon sich auszutauschen. Eine gute Freundin, bei der man weinen und über alles sprechen kann, ist Gold wert und hilft nach überstandener Krankheit auch dabei, wieder ins eigene Leben ohne Krankheit zurückzufinden.

Humor

Auch Humor kann sehr hilfreich sein. So berichtet die Frau eines Leukämiepatienten, dass in einer besonders angespannten Phase eine Ärztin ins Zimmer kam, um das soeben gemachte CT zu besprechen und meinte: „Die gute Nachricht ist: das Gehirn ist vorhanden.“ Das entspannte die Situation für einen Moment, alle konnten ausgiebig lachen. Genau dieses Lachen hilft, befreit, entlastet für einige Zeit und ist ungemein wichtig.

Vertrauen in den Arzt

Generell ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient, aber auch zwischen Arzt und Angehörigem sehr wichtig. Nur mit diesem Vertrauen können Angehörige dem Patienten Sicherheit geben und die nötige Unterstützung zukommen lassen.

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